Sonderveröffentlichung

Tagblatt in der Schule 2026 Oh nein, Wie peinlich

Die Achtklässler der Freien Evangelischen Schule in Dußlingen befragten Mitschüler zu ihren peinlichsten Momenten.

04.03.2026

Erröten, Schweigen, Wegsehen – jeder kennt Momente, die man am liebsten sofort vergessen würde. Genau diesen Augenblicken sind wir, die Klasse 8a der Freien Evangelischen Schule Dußlingen, auf den Grund gegangen.

Was ist Scham überhaupt?

Scham ist ein komplexes, negatives Gefühl der Verlegenheit, das entsteht, wenn man glaubt, Erwartungen nicht erfüllt zu haben oder sich bloßgestellt fühlt. Bereits im frühen Kindesalter beginnt sich das Schamgefühl zu entwickeln. Zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr setzt dieser Prozess ein und gilt ab etwa dem siebten Lebensjahr als abgeschlossen.

Scham in anderen Kulturen

Was als peinlich empfunden wird, ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. In Deutschland ist es zum Beispiel üblich, offen zu sagen, was gut läuft und was nicht, und Kritik auch vor anderen zu äußern. In vielen asiatischen Ländern wird dies dagegen als peinlich empfunden. Auch Sammelumkleiden am See oder im Freibad sind hierzulande normal, während sie in anderen Ländern oft als unangemessen gelten. Weitere Unterschiede zeigen sich im Alltag: Barfuß in der Öffentlichkeit zu laufen ist in Deutschland meist kein Problem, in Teilen Asiens wird dies jedoch als ungepflegt angesehen. Während man hier problemlos unterwegs essen kann, gilt das Essen auf der Straße – etwa in Japan – als unhöflich.

Umgekehrt gibt es Verhaltensweisen, die in anderen Ländern selbstverständlich sind, in Deutschland aber eher irritieren. In Japan wird Schlürfen beim Essen als Zeichen der Wertschätzung für den Koch verstanden, während es hier als unhöflich gilt. In den USA ist Small Talk mit fremden Menschen ganz normal, in Deutschland wirkt das auf viele ungewohnt. In Italien stehen Menschen beim Sprechen oft sehr nah beieinander und gestikulieren viel, was hier schnell als unangenehm empfunden wird.

Ergebnisse unserer Umfragen

Ein Blick auf die Umfrageergebnisse zeigt schnell: Peinliche Erlebnisse sind selten einzigartig. Viele Situationen tauchen immer wieder auf – besonders solche aus der Kindheit. Besonders häufig wurde berichtet, dass jemand eine fremde Person für die eigenen Eltern hielt. Ob eine unbekannte Frau plötzlich umarmt oder ein fremder Mann im Supermarkt an die Hand genommen wurde – solche Verwechslungen sorgen im Nachhinein für Gelächter. Ein Schüler erinnert sich an einen besonders peinlichen Moment: „Ich wollte meinen Vater in Tübingen am Neckar erschrecken, aber es war ein fremder Mann. Am Ende landete er im Wasser.“

Zusätzlich gab es viele einzelne Geschichten: Eine auffällige neue Avatar Frisur [1], die mehr Aufmerksamkeit bekam als geplant, laute Musik von Taylor Swift in einer stillen Bibliothek wegen nicht verbundener Kopfhörer oder Situationen, in denen sich die Eltern auffällig verhalten: „Mein Vater klatscht im Flugzeug nach der Landung immer laut und ruft ‚Bravo!‘ – das ist mir total peinlich“, berichtet eine Schülerin.

Die Umfrage zeigt außerdem, dass Peinlichkeit heute nicht nur im echten Leben entsteht, sondern auch online. So erzählt ein Schüler von einem missglückten Screenshot, der aus Versehen direkt an die falsche Person geschickt wurde. Das kann heute schneller für Herzklopfen sorgen als jeder Stolperer auf dem Schulhof. Insgesamt wird deutlich: Peinliche Erlebnisse gehören zum Alltag – und viele von ihnen sind auch für andere erstaunlich vertraut.

Für die Klasse 8a: Luca Busch, Emily Buss, Leon Leger, René Posch, Milla Raguz, Ben Widmaier, Emma-Lina Wolf.

[1] Die Avatar Frisur ist ein kreativer Haarschnitt, der Elemente aus der Science-Fiction-Welt kombiniert. Typisch für diesen Look sind asymmetrische Schnitte und einzigartige Muster.