
Wegen der Wahlbenachrichtigungen ist momentan etwas mehr los als sonst. Die ganze Zeit ein sanftes Rauschen. Etwas schwer, die Mitarbeiter zu verstehen, da es sehr laut ist. Im Neubau ist es leiser, und heller. Wir werden freundlich empfangen und fühlen uns wohl.
Über die Deutsche Post
Die Deutsche Post hat DHL 2002 gekauft. DHL Group beschäftigt rund 594.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 220 Ländern und Territorien der Welt. Im Jahr 2023 erzielte der Konzern einen Umsatz von rund 81,8 Milliarden Euro. Im Briefzentrum Reutlingen kommen täglich rund 1,4 Millionen Sendungen an, die im Abgang sowie im Eingang bearbeitet werden. (von der Region mit den Postleitzahlen 72xxx).
Die Briefe, die ins Ausland geschickt werden, transportiert die Deutsche Post nach Frankfurt (Main) zum Flughafen, wo sie auf die verschiedenen Länder verteilt werden.



Das sind nur einige Eindrücke und Informationen, die die Klasse 7b der Dreifürstensteinschule Mössingen bei ihrer Führung am Dienstag, 14. Januar 2025 im deutschen Briefzentrum in Reutlingen erhalten hat.
Briefordnerei
Hier startet die Reise all unserer Briefe: in der Briefordnerei. Die eingehenden Sendungen werden auf einem Förderband händisch von Postangestellten sortiert. Sie achten auf die Größe der Briefe und sortieren nach Kurz-, Groß- und Maxibriefen. Diesen Vorgang nennt man Formattrennung. Täglich werden im Briefzentrum zirka 17.000 Großbriefe, 5.000 bis 6.000 Maxibriefe und unglaublich, aber wahr, bis zu 60.000 bis 70.000 Kurzbriefe sortiert.
ILVM
Nach der Briefordnerei gehen die Kurzbriefe zu der ILVM, die Integrierte Anschriftenlese- und Videocodiermaschine. Diese Maschine leistet wirklich unheimlich schnelle (besondere) Arbeit. Sie kann bis zu 40.000 Kurzbriefe pro Stunde bearbeiten. Bei unserem Besuch wurden gerade die Wahlbenachrichtigungen, zirka 600.000 Briefe, bearbeitet. Das war sehr spannend. Die ILVM liest automatisch die Adresse aus und sortiert die Briefe nach Regionen. Dabei erhalten die Briefe einen orangen Barcode, der alle wichtigen Informationen enthält.
Wir haben uns gefragt, ob die Maschine wirklich alle Handschriften lesen kann. Ja, fast; bei 90 Prozent liest die Maschine die Handschrift korrekt aus. Die restlichen 10 Prozent werden automatisch von der ILVM fotografiert und zu einer Zentrale nach Stuttgart geschickt. Dort werden sie von Mitarbeitern am PC ausgelesen und per PC an die ILVM übermittelt. So kann der Brief dann richtig einsortiert werden. Alles erfolgt natürlich voll automatisch!
GFSM
Sind die Kurzbriefe alle richtig vorsortiert, kommen sie zur GFSM, der Gangfolgesortiermaschine. Diese Maschine schafft es, die vorhandenen Briefe in die richtige (Gang) Reihenfolge für die Zustellung zu bringen, sodass der Briefträger die Briefe nicht mehr extra sortieren muss. Sie sind quasi vorsortiert und bereit zur schnellen Auslieferung. Der Weg der Kurzbriefe ist hier fast beendet.
GSA
Die GSA, Großbriefsortieranlage, bearbeitet alle Großbriefe weiter. Hier werden bis zu drei Zentimeter dicke Sendungen bearbeitet und sortiert. Das sind unter anderem Kataloge und Werbungen. Diese Unterlagen werden auch Dialogsendungen genannt. Postmitarbeiter geben die Sendungen, die auf Paletten angeliefert werden, in kleineren Mengen in die Maschine. Dieser Vorgang nennt sich Stoffeingabe. Die GSA sortiert die Sendungen dann ebenfalls nach PLZ Gebieten.
MSB
In Reutlingen im Briefzentrum werden auch kleinere Pakete bearbeitet. Dies übernimmt die MSB, der Multiformat-Sorter Brief. Die Pakete sind bis zu acht Zentimeter hoch. Alle anderen Pakete kommen direkt in das Paketzentrum nach Eutingen. Die Behälterwagen mit den Sendungen werden mithilfe eines Kippers auf das Förderband der Maschine gekippt. Die Maschine transportiert alle Pakete über dieses Band bis zum Auflageplatz, wo die Postmitarbeiter die Sendungen händisch auflegen. Zu guter Letzt gibt es auch Sendungen, die nicht maschinenfähig sind. Hierfür gibt es einen extra Bereich im Briefzentrum. Sie müssen von einem Mitarbeitenden von Hand sortiert werden. Zu diesen Sendungen gehören zum Beispiel medizinische Sendungen, wie Blutproben und Tageszeitungen.
Kommissionierungsplatz
Die letzte Station für alle bearbeiten Sendungen des Briefzentrums in Reutlingen ist der Kommissionierungsplatz. Hier stehen Wagen, die bereits nach Ortschaften sortiert und beschriftet sind. Groß- und Kleinsendungen werden hier dann auf ihrem entsprechenden Wägen sortiert. Diese Wagen werden dann von LKW an die entsprechende Lieferregion gebracht.
Toller Besuch
Unser Besuch bei der Post war überraschenderweise sehr spannend für uns. Alle Maschinen sind sehr durchdacht aufgebaut, um den komplexen Ablauf zu gewährleisten. Wir durften alle Bereiche des Briefzentrums besuchen und kennenlernen. Interessant war, wie viele Wege und Maschinen so ein Brief durchläuft, bis er dann immer häufiger über Elektromobilität zu uns in Städte und Dörfer gelangt. In der Regel braucht ein Brief zwei bis drei Tage, bis uns ankommt. Seit 2025 gibt es ein er bei neues Gesetz, was den Briefzustellern etwas mehr Zeit für die Zustellung gestattet. Briefe, die nicht zugestellt werden können, werden wieder an den Absender zurückgeschickt. Wenn ein Brief bei uns ankommt, schätzen wir es nun viel mehr, weil wir jetzt wissen, wie viel Arbeit darin steckt.
Wir nehmen viele Eindrücke mit nach Hause, die wirklich sehr gut, aber auch sehr komplex sind. Die Mitarbeiter haben die Führung sehr interessant gestaltet und haben sich sehr viel Mühe gegeben, uns das komplexe Thema zu erläutern. Uns hat dieser Ausflug sehr interessiert und wir hatten sehr viel Spaß.