
Wie funktioniert eigentlich das Parkhaus unterm Europaplatz? Und: Braucht man das überhaupt? Fragen wie diesen gingen am Freitag zwei Nachwuchsreporter der Freien Aktiven Schule Tübingens nach. Matteu und Benjamin hatten einen Vor-Ort-Termin mit Vincenzo Fortuna, der bei den Tübinger Stadtwerken für die Parkhäuser zuständig ist. Die beiden Fünftklässler recherchierten für das TAGBLATT-Projekt „Zeitung in der Schule“ (Zisch), für das sich in dieser Runde 33 Klassen angemeldet haben. Drei Monate lang bekommen sie einen Klassensatz des TAGBLATTS. Für die eigenen Artikel stehen 65 Themen- und Recherchevorschläge auf der Liste. Die Tübinger Stadtwerke öffnen auch diesmal wieder sechs Türen, hinter die sonst nicht so leicht gespickelt werden kann.
Fortuna machte mit den beiden Zehnjährigen zunächst einen Schlenker in die Fahrradgarage (1100 Räder haben dort Platz), dann ging es nach links ins Parkhaus. Die Autos fahren dort über eine beheizbare Rampe von der anderen Seite aus ein. Ein Ticket braucht man in der Regel nicht zu ziehen. Wenn nicht gerade Schnee auf dem Nummernschild klebt, wie am Freitagmorgen, erkennt der Scanner bei Ein- und Ausfahrt das Kennzeichen - das spart Papier.

Das „relativ kleine Parkhaus“ hat 72 Stellplätze. Es ist seit fast zwei Jahren in Betrieb und wird offensichtlich gut angenommen: Die durchschnittlich 350 Einfahrten täglich sind vergleichsweise viel, sagt Fortuna. Zum Vergleich: Das Parkhaus Metropol kommt mit 310 Plätzen auf etwa 600 Einfahrten. Die Tiefgarage am Bahnhof werde viel für „Kiss and Ride“ genutzt, die meisten fahren in der ersten Stunde wieder raus.“
Entlang grüner (für E-Autos) und grauer„Farbteppiche“ ging es zum „Herz der Tiefgarage“, wie Fortuna ankündigte. In der Pförtnerloge läuft die ganze Technik zusammen“. Matteu und Benjamin notierten und fotografierten. Am Ende löcherten sie den Fachmann mit Fragen: „Macht man Gewinn?“ Nach fast zwei Jahren Betriebszeit könne man das noch nicht sagen, so Fortuna. Die Auslastung sei jedoch „sehr, sehr gut“. Ganz hinten im Block fand Matteu noch einen weiteren ungeklärten Punkt: „Ist in den Parkhäusern schon mal was Kurioses passiert?“ Beinahe jeden Tag! Im „Loretto“ fuhr einmal ein Radler in die Garage und demolierte den kompletten Schrankenbaum, im Parkhaus „König“ drückte ein älterer Herr den Notrufknopf, weil er sein Auto nicht mehr fand. Es stand im Parkhaus „Mitte“.
Christine Laudenbach