Sonderveröffentlichung

Weihnachtszauber Geschichten um Weihnachtslieder

Chartbreaker oder schlicht legendär: Weihnachtslieder und Christmassongs

Wundersam und wundervoll sind Ursprung und Wirkung von Weihnachtsliedern. Foto: Prostock-studio/Adobestock

14.12.2024

Sehnsüchtig und verträumt singt Georg Michael mit Andrew Ridgeley als Duo Wham! Vom vergangenen Weihnachten. Obwohl der Song „Last Christmas“ bereits seit 1984 jährlich zum festen Bestandteil weihnachtlicher Radioprogramme gehört, dauerte es fast vier Jahrzehnte, bis sich das Lied 2020/2021 auf dem ersten Platz der Charts in England und Deutschland platzieren konnte. Dennoch beschert der Vier-Akkord-Song dem 2016 verstorbenen Komponisten Georg Michael und dessen Erben jährlich Einnahmen von rund acht Millionen Euro.

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Der romantische Schmachtfetzen „The Power Of Love“ aus der Feder von Holly Johnson sollte eigentlich kein Weihnachtslied werden, wie der Musiker beteuert: „Liebe gibt es das ganze Jahr und nicht nur an Weihnachten.“ Doch als der Song im Oktober 1984 auf den Markt kam, befand sich die Band„Frankie Goes To Hollywood“ gerade auf Tournee in den USA und standen nicht für Dreharbeiten zur Verfügung. So wurde kurzerhand die Geschichte Jesu im Videoclip in den Mittelpunkt gestellt. Auch wenn„The Power Of Love“ zu einem der wichtigsten Songs für Holly Johnson wurde, war der Sänger unzufrieden, weil die Plattenfirma den Song schneller abspielte, um ihn kürzer zu machen. Damit änderte sich die Stimme von e-Moll auf f-Moll.

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Ein Verkehrsstau bescherte uns 1978 einen legendären Weihnachtssong, als der damals noch unbekannte Sänger und Gitarrist Chris Rea zusammen mit seiner Frau im Schneechaos feststeckte: „Es war kurz vor Weihnachten. Meine Frau hatte mich aus London abgeholt, mit ihrem kleinen Auto, einem Mini. Das war billiger als mit dem Zug zu fahren. Aber es war ein furchtbarer Verkehr in der Stadt. Wir gerieten in einen Stau. Um mich herum sah ich all diese schlecht gelaunten Typen in ihren Autos. Und da fing ich einfach an zu singen.“ Das Lied „Driving Home For Christmas“ fristete noch einige Jahre sein Dasein auf der B-Seite der erfolglosen Single „Hello Friend“. Erst als 1988 der Song neu aufgenommen wurde, gelang der Durchbruch. Bis heute hat sich das Lied von der weihnachtlichen Heimfahrt rund 1,2 Millionen Mal verkauft.

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Als Initialzündung der modernen Weihnachtslieder dürfte wohl der Klassiker “I'm Dreaming Of A White Christmas“ bezeichnet werden. Der Komponist Irving Berlin, der übrigens weder Noten lesen, noch schreiben konnte, war sich bei der Präsentation seines Liedes 1942 sicher: „Das ist der beste Song, der jemals geschrieben wurde“, soll er dem Sänger Bing Crosby gesagt haben. Der Traum von der weißen Weihnacht ist derweil wahrscheinlich mit 125 Millionen verkauften Tonträgern der meistverkaufte Song aller Zeiten.

Als Inbegriff Deutscher Weihnachtslieder dürfte „Stille Nacht, Heilige Nacht“ bekannt sein. Es wurde erstmals am 24. Dezember 1818 mit ursprünglichen sechs Strophen in Oberndorf bei Salzburg aufgeführt. Franz Xaver Gruber komponierte die Melodie und Joseph Mohr schrieb den Text, der mittlerweile in 320 Sprachen übersetzt wurde. 1914 stiftete die„Stille Nacht“ an der Westfront des Ersten Weltkrieges für kurze Zeit Frieden, als die eigentlich verfeindeten deutschen und englischen Soldaten das Lied gemeinsam anstimmten. 2011 wurde „Stille Nacht, heilige Nacht“ von der UNESCO zum immateriellen in Kulturerbe Österreich anerkannt.                      ab