Anzeige

Glaser-Innung Ein vielseitiger Beruf

Handwerk: Glaser haben natürlich mit Glas zu tun, sie bearbeiten aber auch andere Werkstoffe.

Wenn es um edle Glasfronten und -flächen geht, ist der Glaser gefragt. Foto: Archiv

26.04.2021

Die moderne Architektur hat das Glas als Bauelement stärker einbezogen, so dass die verschiedenen Glaskonstruktionen und Glasfronten den heutigen Baustil von Gebäuden entscheidend mitbestimmen. Diese Entwicklung entspricht dem Bedürfnis des Menschen nach Licht und Ausblick. Auch in Hotels, in Krankenhäusern, in Geschäften und Museen, überall dort, wo man Klarheit, Sauberkeit und Übersichtlichkeit verlangt, ist das Glas nicht wegzudenken.

Vielseitig und abwechslungsreich ist daher die Tätigkeit der Glaser. Sind sie mehr auf den Bau spezialisiert, so arbeiten sie an Verglasungen von Fenstern und Türen, von Dächern, Kuppeln und Oberlichtern. Haben sie sich mehr auf Inneneinrichtung verlegt, so liegt ihr Arbeitsgebiet bei den interessanten Ganzglaskonstruktionen, Vitrinen, Theken, Schaufensteranlagen und anderen Objekten.

Häufig übernehmen die Glaser auch den Bau der Fensterrahmen und deren Einbau in die Maueröffnungen. Auch die seit Jahrhunderten bekannte Bleiverglasung wird von Glasern ausgeführt. Neben handwerklichem Können gehören auch Form- und Farbensinn zu den Fähigkeiten, die Glaser haben müssen.

Glaser werden gebraucht, auch im 21. Jahrhundert. Sie gestalten die Umwelt mit, prägen das Stadtbild durch ihr Können und ihre Handwerkskunst und werden nicht nur gebraucht, wenn etwas zu Bruch geht.

Dreijährige Ausbildung

Doch wie wird man Glaser? Im Rahmen der Ausbildung kann sich der Glaser auf die beiden Fachrichtungen „Verglasung und Glasbau“ oder „Fenster- und Glasfassadenbau“ spezialisieren. Während der dreijährigen Ausbildungszeit lernt man das Lesen und Anfertigen von Skizzen und Zeichnungen, das Be- und Verarbeiten von Glas und verschiedenen Glaserzeugnissen, von Holz- und Holzwerkstoffen, zahlreichen Metallen und Kunststoffen, von Dichtungsmitteln, Kleb- und Dämmstoffen und das Herstellen von Glaskonstruktionen.

In der Fachrichtung „Fenster- und Glasfassadenbau“ lernen Glaser das Zusammensetzen von Teilen unter Verwendung von Beschlägen, das Ausführen von Holzschutzarbeiten und das Einsetzen und Warten von speziellen Geräten und Maschinen. Und in der Fachrichtung „Verglasung und Glasbau“ erfährt der Lehrling alles über Kunstverglasung und das Einrahmen von Bildern.

Zu den Eignungsvoraussetzungen für diesen Beruf zählen zeichnerische Fähigkeiten, Sorgfältigkeit und Raumvorstellungsvermögen. Einmal die Lehre beendet, gibt es zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten: Meisterprüfung, staatlich geprüfter Techniker in den Fachrichtungen Betriebstechnik, automatische Prozesstechnik, Glasveredelungstechnik, Glashüttenbau und Holztechnik etwa. Aber auch ein anschließendes Studium in den Fachrichtungen Architektur und Innenarchitektur ist möglich. pm