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Mein Eggingen, Ermingen, Einsingen Zunftmeister Andreas Salzer: Einsingen und der Torf

Bei ihren Figuren setzt die Einsinger Narrenzunft auf örtliche Traditionen.

Drei der Figuren in der Einsinger Fasnet: Bauer, Bäuerin und Schaf. Der Bauer, auch Torfstecher oder Wasaschomberler genannt, hält ein Werkzeug zum Torfstechen in der Hand. FOTO: VOLKMAR KÖNNEKE/ARCHIV

17.10.2021

Einst wurde um Einsingen Torf gestochen. In der Einsinger Mundart wurden die Torfstecher Wasaschomberler genannt. Von diesen wiederum hat die 2003 gegründete Narrenzunft sich ihren Namen geholt.

Eine von acht Figuren

Der Wasaschomberler ist eine von acht Figuren, mit denen die Narren die Geschichte Einsingens aufnehmen. „Die Einsinger hatten wegen der Torfstecher den Spitz- oder Necknamen Wasaschomberler“, bemerkt der erste Zunftmeister Andreas Salzer. Dabei ist die genaue Herkunft des Wortes nicht bekannt. Wasa ist ein schwäbischer Begriff für Torf. Schomberler ist nicht genau bekannt. Vielleicht waren einst sogar Kobolde aus dem Nebel im Ried damit gemeint. „Ältere im Dorf haben mir erzählt, dass man früher zu den Kindern gesagt hat, sie sollen im Dunkeln nicht ins Ried gehen, sonst käme der Wasaschomberler“, blickt Salzer auf die geheimnisumwobene Gestalt. Ganz reeller Art sind die Überlieferungen über die Torfstecher: „Die Bauern haben in den Sommermonaten auf ihren Äckern Torf gestochen und gleich auf dem Acker trocknen lassen. Torf diente als Alternative zum Holz als Brennmaterial“, schildert Salzer – auch in der örtlichen Mälzerei bei der Malzherstellung.